Ein Wettlauf gegen die Zeit

Ein Wettlauf gegen die Zeit

Mit den 1000 Meilen von Sebring endet für Project 1 die Winterpause in der FIA WEC. Das Gastspiel im US-Bundesstaat Florida läutet für die Tabellenführer der GTE-Am-Klasse zugleich die heiße Phase im Titelkampf ein. Um für den drittletzten Lauf der Super Season gerüstet zu sein, absolvierte die Mannschaft aus Lohne am 10. März einen Test für das am Freitag darauf stattfindende Rennen. Doch die Vorbereitung fand ein schnelles Ende …

Sonntag

10:31 Uhr: Schrecksekunde für Jörg Bergmeister! Im Heckbereich des 911ers bricht Feuer aus, weshalb der Porsche-Werksfahrer das Fahrzeug am Streckenrand abstellen muss.

10:35 Uhr: Das Feuer ist gelöscht. Einsatzkräfte eilten Bergmeister zur Hilfe, der selbst versuchte, den Brand zu bekämpfen.

10:45 Uhr: Der RSR wurde zurück ins Project 1-Zelt gebracht, wo das ganze Ausmaß der Katastrophe klar wird. „Das Auto ist nicht reparabel“, so Teammanager Axel Funke. „Das Feuer hat viel zu viel zerstört. Das Wichtigste ist aber, dass es Jörg gut geht!“

Schnell wird klar: Ein Ersatzfahrzeug muss her! Doch das ist alles andere als einfach, da es weltweit nur wenige Porsche 911 RSR gibt. In enger Abstimmung mit dem Teamsitz in Lohne und Verantwortliche von Porsche und der FIA WEC wird sich dazu entschieden, den für die ELMS vorgesehenen RSR in Sebring einzusetzen. Das Problem dabei: Der 911er steht noch bei Porsche in Weissach – also mehr als 7.800 Kilometer vom Sebring International Raceway entfernt.

23:39 Uhr: Logistik-Partner DHL arbeitet parallel an verschiedenen Optionen, wie ein Ersatzfahrzeug binnen kürzester Zeit von Deutschland in die USA gebracht werden kann. DHL und Axel Funke koordinieren die weiteren Schritte, um weiterhin an dem Wettkampf teilnehmen zu können.

Montag

05:00 Uhr*: Die Reise beginnt! In Weissach wird der RSR aufgeladen und für den Weitertransport vorbereitet.

06:00 Uhr*: Vom Porsche-Entwicklungszentrum geht es direkt weiter zum Zollamt Stuttgart. Hintergrund: Der RSR benötigt eine Ausfuhrgenehmigung, um in die Vereinigten Staaten gebracht werden zu dürfen.

08:41 Uhr*: Mit der Unterstützung von Herberth Motorsport wird der RSR an die Kollegen von DHL Global Forwarding in Ostfildern übergeben.

20:46 Uhr: Während sich DHL um die Vorbereitung der Fracht kümmert und das Fahrzeug zum Flughafen Frankfurt bringt, entscheidet sich Project 1 für einen Abflug am Dienstag.

Dienstag

11:41 Uhr*: Erster großer Teilerfolg für Project 1! Von Frankfurt hebt eine Boeing 777 ab – mit an Bord ist der Porsche 911 RSR. Im Vergleich zur Konkurrenz, die ihre Autos zu diesem Zeitpunkt fertig abgestimmt hat, hat Project 1 jedoch bereits einen enormen Rückstand.

20:39 Uhr: Nach neun Stunden Flug landet die Frachtmaschine mit der begehrten Ladung in Atlanta.

20:49 Uhr: Noch ehe die Triebwerke stillstehen, ist das Bodenpersonal bereits dabei, den Porsche 911 RSR aus der Maschine zu laden. Der Versand des Sportwagens ist von DHL mit der höchsten Priorität versehen – es kommt also auf jede Minute an.

21:57 Uhr: Der RSR ist zwar jetzt auf amerikanischem Boden und mittlerweile für den Weitertransport auf einem Truck bereit. Doch bis nach Sebring sind es noch 836 Kilometer. Die Anspannung im Team nimmt zu. Kommt das Auto zu spät an, ist die Teilnahme am Scrutineering und damit die Startberechtigung in Gefahr.

Mittwoch

06:30 Uhr: Der RSR ist zur prognostizierten Zeit nicht in Sebring. Zwei Staus auf der Strecke kosteten wertvolle Zeit.

Um 08:45 Uhr dann die große Erleichterung: Exakt 70 Stunden nach dem Brand trifft der neue Porsche 911 RSR im Fahrerlager ein. Im Anschluss macht sich die umfangreiche Vorbereitungsphase bezahlt. Innerhalb kurzer Zeit wird der 911er für das Scrutineering vorbereitet, umgebaut und für das Training abgestimmt.

All das wäre nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung der FIA WEC, den Verantwortlichen von DHL und Porsche, dem Team von Herberth Motorsport und natürlich unserer Mannschaft, die so hart gekämpft hat!

 

* Weil zwischen Deutschland und Florida eine Zeitdifferenz von fünf Stunden besteht, wurde hier die US-Zeit angegeben.